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Bush trifft sich mit Vertretern von Exilvietnamesen im Weißen Haus

Im Zusammenhang mit der Verhaftungswelle in Vietnam in jüngster Zeit und dem bevorstehenden Besuch des vietnamesischen Staatspräsident Nguyen Minh Triet hat US-Präsident Bush am 29. Mai überraschend vier Vertreter der in den USA lebenden Vietnamesen zu einer Unterredung eingeladen.
Im Zusammenhang mit der Verhaftungswelle in Vietnam in jüngster Zeit und dem bevorstehenden Besuch des vietnamesischen Staatspräsident Nguyen Minh Triet hat US-Präsident Bush am 29. Mai überraschend vier Vertreter der in den USA lebenden Vietnamesen zu einer Unterredung eingeladen.

In dem 45-minütigen Treffen ließ sich Präsident Bush über die politische Situation in Vietnam informieren und hörte sich die Vorschläge der Gäste an.
Von den eingeladenen Gästen waren anwesend Herr Ðỗ Hoàng Ðiềm – Vorsitzender der Partei „Canh Tân“ (Reform), Herr Ðỗ Thành Công (*) – Gründer der Partei „Đảng Dân Chủ Nhân Dân“ (Volksdemokratie), Arzt Nguyễn Quốc Quân
Bruder des in Vietnam lebenden Dissidenten Nguyễn Đan Quế von der „Bewegung für Demokratie“ und Herr Lê Minh Nguyên, Leiter des „Netzwerks Menschenrechte Vietnams“.

Ebenfalls eingeladen
aber zum Zeitpunkt der Unterredung "telefonisch nicht erreichbar" war Ingenieur Đỗ Nam Hải aus Saigon. Herr Đỗ Nam Hải bestätigte später in einem Interview mit dem Sender BBC, dass er die Einladung von Präsident Bush durch seinen Sicherheitsberater Eliott Abrams erhalten hatte. Đỗ Nam Hải hatte auch die Einladung angenommen. Nur zum Zeitpunkt der Unterredung hatten seine 2 Handys plötzlich keinen Empfang mehr gehabt. Auch der Empfang in dem Umkreis seiner Wohnung war komplett weg. Herr Đỗ Nam Hải hatte mit dieser Situation gerechnet und deshalb seine Position in einem Brief an Präsident Bush vorher abschicken können.

Nach einer kurzen Besprechung mit dem Beraterstab wurden die vier Vertreter in das Oval Office des Präsidenten geführt. Dort waren neben Präsident Bush auch noch sein Vize Cheney, Leiter des Nationalsicherheitsstabs Stephen Hadley und ein Vertreter des Außenministeriums anwesend.

Nachdem die Vertreter der Exilvietnamesen die Menschenrechtssituation in Vietnam dargestellt haben, stellten sie folgende Bitten an Präsident Bush:

1. Vietnam in die CPC-Liste (besonders Besorgnis erregende Staaten) wieder aufzunehmen,
2. USA mit ihrem Einfluss Vietnam zur Freilassung von verhafteten und verurteilten Bürgerrechtlern zu bewegen,
3. Mehr Unterstützung in Sachen Menschenrechte und Demokratisierung Vietnams, z.B. Recht auf Redefreiheit, Pressefreiheit sowie Recht auf Gründung von Vereinen, zu geben.


(*) Herr  Ðỗ Thành Công wurde im August 2006 während eines Heimatbesuchs mit seiner Familie von der Polizei wegen "Planung eines Terroranschlags" gegen das US-Konsulat in Saigon mehr als ein Monat inhaftiert und anschließend ohne Anklage abgeschoben.
Dagegen wurden seine drei in Vietnam lebenden Weggefährten am 11. Mai 2007 zu mehreren Jahren Gefängnis wegen "Propaganda gegen den sozialistischen Staat Vietnam" verurteilt: Arzt Lê Nguyên Sang 5 Jahre, Nguyễn Bắc Truyển Direktor der GmbH Việt Thịnh Phú- 4 Jahre und Huỳnh Nguyên Đạo –Direktor der GmbH Huỳnh 3 Jahre.