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Vietnam nach 37 Jahren in Frieden

Stellungnahme zum 30.04.2012 des Forums „Vietnam 21“

In diesen Tagen jährt sich zum 37.Mal der Tag, an dem die Kommunisten aus Nordvietnam den Süden eroberten. 37 Jahre sind vergangen. Was ist seither aus dem mit Gewalt wiedervereinigten Land geworden?
Die Sieger aus Nordvietnam hatten mehr als genug Zeit, Vietnam wieder aufzubauen und voranzubringen. Die Bilanz des friedlichen Aufbaus des Landes nach 37 Jahren fällt aber nüchtern aus.
Unter dem Slogan „Unabhängigkeit, Freiheit und Glück“ will das Regime in Hanoi das Land seit 1975 regieren.

Doch von Unabhängigkeit kann man nicht sprechen! Die kommunistische Hanoier Regierung begibt sich immer mehr in die Abhängigkeit Chinas. Der mächtige Nachbar aus dem Norden eroberte völkerrechtswidrig vietnamesische Territorien,  wie die Paracel- (Hoang Sa) und Spratly-Inseln (Truong Sa) sowie Regionen an der chinesischen-vietnamesische Grenze. Die vietnamesische Regierung drückt beide Augen zu und zeigte keinerlei Reaktion. Schlimmer noch, sie verhaftet Vietnamesen, die dagegen protestieren, wie die Aktivistin Bui Minh Hang und der junge Protestsänger und Songwriter Viet Khang, der mit dem Lied „WER BIST DU“ weltweit Schlagzeilen machte. Tran Thi Huong, eine deutsche Staatsbürgerin mit vietnamesischer Abstammung wurde bei einer Anti-China-Demonstration in Hanoi in Polizeigewahrsam genommen und binnen Stunden nach Deutschland abgeschoben.

Auch von Freiheit, Meinungs-, Presse- oder Religionsfreiheit ist keine Rede! Zehntausende von Dissidenten, Menschenrechtsaktivisten werden rechtswidrig ins Gefängnis gesteckt. Gewaltfreie Menschenrechtler wie der in Frankreich ausgebildete Jurist Dr.Cu Huy Ha Vu,  der Arzt Dr. Nguyen Dan Que, der Rechtsanwalt Le Cong Dinh, der buddhistische Mönch Thich Quang Do, der katholische Priester Nguyen Van Ly, der Journalist und Blogger Dieu Cay, u.a.m. wurden mit  fragwürdigen Begründungen zu langen Haftstrafen verurteilt.

Glück für das Volk ? Fehlanzeige! Hinter der Fassade einer scheinbar blühenden Wirtschaft der Großstädte Hanoi und Saigon leidet das vietnamesische Volk weiter unter Armut und Rückständigkeit. Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich immer weiter. Es entsteht eine neue Klasse der Superreichen in der Reihe der korrupten Funktionäre der kommunistischen Partei Vietnams und der Regierung, die sich hemmungslos aus der Kasse der öffentlichen Hand, darunter auch Gelder der Entwicklungshilfe, bedienen. Die Korruption ist derzeit die größte Plage Vietnams. Alle Ebenen der Gesellschaft sind davon betroffen, ohne Schmiergeld kommt man nicht weiter. Auch die vietnamesischen Bauer sind Opfer der Willkürherrschaft. Ihr Land wird von vietnamesischen Behörden, ohne oder ohne ausreichende Entschädigung,  beschlagnahmt. Der Anwalt Tran Quoc Hien, der sich für sie einsetzte, wurde selbst verhaftet und zu 5 Jahren Haft verurteilt.

Statt Unabhängigkeit, Freiheit und Glück, wie die diktatorische Regierung dem Volk verspricht, blühen in Vietnam nun Abhängigkeit von China, Unfreiheit und Willkür, Leiden und Armut.

Der Weg der Vietnamesen zur Demokratie, Freiheit, und Gerechtigkeit wird lange dauern. Die Vietnamesen werden dafür kämpfen. Bitte helfen Sie mit und fordern Sie mit uns die sofortige Freilassung der gewaltlosen politischen Gefangenen.

Bundesrepublik Deutschland, den 28.04.2012
Forum „Vietnam 21
Sektion Deutschland
Dr. Hong-An Duong