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Vietnamesischer politischer Gefangener sehr krank

Die Gesundheit eines zu lebenslänglich verurteilten politischen Gefangenen, Dichter Nguyen Huu Cau, hat sich gravierend verschlechtert, berichtete die Tochter des Inhaftierten am 25.03.2013 und machte sich Sorgen wegen der miserablen medizinische Versorgung der Haftanstalt.

Nguyen Huu Cau, 66, ist mittlerweile fast blind und taub und leidet an Hypotonie (niedrigen Blutdruck) als Folge einer Herzkrankheit, die die Durchblutung des Gehirns beeinträchtigt.

Huu Caus Tochter, Nguyen Thi Anh Thu, besuchte am 23.03.2013 die Haftanstalt Z30A Xuan Loc, Dong Nai Provinz, nachdem die Gefängnisverwaltung sie über den verschlechterten Gesundheitszustand ihres Vaters informiert hatte.

„Mein Vater ist sehr schwach, er erzählte, dass er sehr niedrigen Blutdruck habe und die letzten zehn Tage mehrfach ohnmächtig wurde. Er sagte, dass er sich sehr krank fühle. Er konnte nicht viel sprechen und musste ständig Pausen aufgrund von Atemnot machen. Auch sein Gang war sehr schwach“, berichtete die Tochter nachdem sie das Xuan Loc Gefängnis besucht hatte, wo die meisten politischen Gefangenen Vietnams inhaftiert sind.

Cau erläuterte seiner Tochter, dass die ärztliche Versorgung der Haftanstalt sehr schlecht sei und sie einen Antrag stellen solle, damit er woanders behandelt werden könne.

„Die Ärzte hier sind nicht gut, sagte mein Vater. Obwohl ich kaum Hoffnung habe, werde ich alles versuchen, damit er medizinische Behandlung von außen erhält. Es macht mich so traurig ihn in diesem Zustand zu sehen“, sagte Nguyen Thi Anh Thu.

Das in Paris ansässige Komitee für Menschenrechte in Vietnam (VCHR) erklärte in einem Statement, dass die Berichte über Caus Gesundheitszustand sehr erschreckend seien und dass er und andere Dissidenten einem teilweise „brutalen Regime“ unterworfen seien, welches im Bereich für politische Gefangene im Xuan Loc Gefängnis zuständig sei. Caus instabiler Gesundheitszustand ist die Folge harscher Haftbedingungen und einer mangelhaften medizinischen Versorgung der letzten Jahre.

Nguyen Huu Cau verbrachte bis zum heutigen Zeitpunkt insgesamt 37 Jahre in Haft, dazu gehören auch die Jahre der Isolationshaft in Xuan Loc. Seine Gesundheit wurde in den letzten Jahren immer schlechter.

Cau war ein ehemaliger Offizier der Südvietnamesischen Armee, nach der durch Kommunisten herbeigeführten „Wiedervereinigung“ im Jahr 1975 und dem Ende des Vietnamkriegs kam der Vietnamese für sechs Jahre in ein Umerziehungslager.

1982 wurde er erneut verhaftet, als er Gedichte und Lieder über Korruption und Machtmissbrauch der Obrigkeit verfasste. Nguyen Huu Cau erhielt dafür die Todesstrafe, die später in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt wurde.

Nach Angaben des VCHR schrieb Cau in seiner Haft hunderte von Briefen an die Behörden, wo er seine Unschuld beteuerte und eine Revision des Gerichtsurteils verlangte. Der Inhaftierte erhielt aber nie eine Antwort.

Das VCHR fordert Vietnam auf unverzüglich alle inhaftierten Dissidenten zu entlassen und die allgemeinen Haftbedingungen für alle Gefangenen zu verbessern.

„Die Gefangenen unterstehen einer unmenschlichen Behandlung – besonders Personen, die man nie hätte einsperren sollen – das ist unzulässig“, sagte VCHR Präsident Vo Van Ai.

Das VCHR ist ebenfalls über die medizinische Versorgung zweier Mitstreiter Caus besorgt. Es handelt sich hierbei um Do Van Thai und Nguyen Tuan Nam, die auch in Xuan Loc inhaftiert sind.

Thai, 53, infizierte sich im Gefängnis mit HIV und erhält keine medizinische Versorgung.

Nam, 77, ein ehemaliger Offizier der Nordvietnamesischen Armee, leidet an Lungenentzündung und chronischem Rückenleiden und kann ohne Hilfe nicht gehen.


Quelle:
http://www.rfa.org/english/news/vietnam/nguyen-huu-cau-03252013140940.html