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Abschiebung des Ehrwürdigen Thich Khong Tanh nach Verhaftung

Vorschlag des Vize-Polizeiministers Nguyễn Văn Hưởng ab, Spendengelder für Dioxin-Opfer anstatt für klagende Bürger zu verwenden, stoßt auf Widerstand des Ehrwürdigen Thích Không Tánh
Vorschlag des Vize-Polizeiministers Nguyễn Văn Hưởng ab, Spendengelder für Dioxin-Opfer anstatt für klagende Bürger zu verwenden, stoßt auf Widerstand des Ehrwürdigen Thích Không Tánh

Wie das Informationsbüro der Vereinigten Buddhistischen Kirche Vietnams (VBKV) am 23.08.2007 berichtete, wurde die Hilfsdelegation der VBKV unter der Leitung des Ehrwürdigen Thích Không Tánh beim Verteilen von Hilfegütern an die klagenden Bürger vor dem „Bürgerempfangsbüro“ in der Cầu Giấy-Strasse am frühen Morgen des 23.8.07 von der Polizei verhaftet.

Ehrwürdiger Thích Không Tánh (rechts auf dem Foto), Leiter der karikativen Abteilung der VBKV war im Auftrag des Hochehrwürdigen Thích Quảng Độ mit einer Delegation nach Hanoi gereist, um den klagenden Bürgern zu spenden.
Mitgebracht dabei waren 300 Mio. Dong, die der Ehrwürdige an die klagenden Bürger, ähnlich wie bei der Aktion des Hochehrwürdigen Thích Quảng Độ vor dem Parlamentsvertretungsbüro Nr. 2 in Saigon am 17.07.07, verteilen wollte. Aber schon bei der Ankunft in Hanoi am 21.08.07 wurde Ehrwürdiger Thích Không Tánh von der Polizei scharf verfolgt. An den beiden darauf folgenden Tagen versuchte die Polizei die Demonstration aufzulösen, und die Strasse Cầu Giấy komplett dafür gesperrt. Deshalb musste die geplante Hilfeaktion vom 22. August auf den 23. August verschoben werden.

Dieses Vorhaben war leider gescheitert. Als die Delegation gegen 8 Uhr Donnerstag dem 23.08.07 mit der Verteilung des Geldes an die klagenden Bürger vor dem Bürgerempfangsbüro in 110 Cầu Giấy beginnen wollte, griffen Polizisten von überall auf einmal zu. Sie drehten die Arme des Ehrwürdigen Thích Không Tánh auf den Rücken und rissen ihm die Geldumschläge von der Hand. Anschließend führten 3 Polizisten den Ehrwürdigen wie einen Schwerverbrecher ab. Der eine hielt an seinem Gewand, anderer am Oberarm, der dritte zog an seiner heiligen Gebetskette am Hals, sodass diese vom Hals gerissen wurde. Halbe Stunde später kam ein fensterloser Gefangenentransportwagen, mit dem der Ehrwürdige Mönch in Begleitung zwei Polizisten weggefahren wurde.
Nach ca. einer Stunde Fahrt musste der Ehrwürdige vor einem Gebäude Nr. 1/34 in der Âu Cơ Strasse aussteigen. Im 2. Stock dieses Gebäude fingen 3 Polizeibeamten Minh, Trung und Vệ mit dem Verhör an. Ehrwürdiger Thích Không Tánh protestierte gegen seine Verhaftung. Ehrwürdiger sagte: "Ich bin im Auftrag des Hochehrwürdigen Thích Quảng Độ hierher gekommen, um den hilfsbedürftigen Menschen zu helfen. Unsere Glaubensgemeinschaft leistet damit einen karitativen Dienst und verstößt nicht gegen das Gesetz. Warum hindern Sie uns bei der Arbeit und verhaften uns auch noch?".

Die Polizisten setzen ungeachtet der Beschwerde des Ehrwürdigen mit ihrem Verhör stattdessen fort. Angesichts des Zwangverhörs der Polizei verlangte der Hochehrwürdige mit seiner Delegation telefonieren zu dürfen, um anderen über seine Umstände mitzuteilen. Angesichts der Forderung sagten die Polizisten unter einer Bedingung zu, dass die Polizisten selbst anstatt der Ehrwürdige die Nummer wählen und mit seinen Mitarbeitern sprechen sollen. Ehrwürdiger Thích Không Tánh lehnte diesen jedoch ab und erklärte daraufhin: "Ab jetzt trete ich in den Hungerstreik und werde keine Frage mehr beantworten, bis ich freigelassen bin. Das ist illegal, was Sie mit uns machen!".

Kurz darauf kam Generalmajor Nguyễn Văn Hưởng, Vize-Polizeiminister, zusammen mit einer Dose Reis als Mittagsmahlzeit für den Ehrwürdigen. Der Ehrwürdige hat mit den Hungerstreik begonnen und lehnte deshalb seinen Reis ab. In der mehr als eine Stunde Verhör hat der Vize-Polizeiminister keine Gelegenheit für Verleumdung gegen Hochehrwürdigen Thích Quảng Độ, Leiter des Hóa Đạo-Instituts, und den Sprecher der VBKV Herr Võ Văn Ái ausgelassen. Mit Behauptungen wie, die Vereinigte Buddhistische Kirche Vietnams sei Handlanger von den feindlichen Kräften im Ausland, die nur darauf zielen, die Regierung zu stürzen. Ehrwürdiger Thích Không Tánh erklärte Herrn Hưởng, dass die Vereinigte Buddhistische Kirche Vietnams seit 1975 von diesem Staat unterdrückt sei und deren beschlagnahmte Eigentume die Regierung bis heute immer noch nicht zurückgibt. Ehrwürdiger sagte, er arbeite sehr eng mit dem Hoa-Dao-Institut und wisse deshalb, dass alle Anschuldigungen des Vizeministers nicht auf Wahrheiten basieren. Hochehrwürdiger wies Anschuldigung gegen Prof. Võ Văn Ái ebenfalls zurück: „Herr Ai setzt sich für Religionsfreiheit, Menschenrechte, Demokratie für sein vietnamesisches Volk ein und nicht für irgendeine ausländische Mächte, wie Herr Vizeminister behauptet“.

Generalmajor Nguyễn Văn Hưởng erwähnte die von der Regierung vorbereitete Buddha-Geburtstagsfeier 2008 in Hanoi und rief zur Zusammenarbeit mit der Regierung auf. Er lobte Ehrwürdigen Thích Quảng Ba in Australien für die gute Organisation dieser Buddha-Geburtstagsfeier. "Viele Mönche aus dem Ausland werden nach Hanoi kommen", sagte Hưởng. Daraufhin fragte Ehrwürdiger Thích Không Tánh den Vizepolizeiminister: "Wie können wir zusammenarbeiten, wenn die Regierung nicht aufhört, unsere Glaubensgemeinschaft zu unterdrücken, sowie die rechtmäßige Existenz der VBKV weiterhin nicht anerkennt?". Ehrwürdige Thích Không Tánh nannte die 4 Bedingungen von Hochehrwürdigen Thích Quảng Độ für eine Vereinigung des vietnamesischen Buddhismus, die er bei einer Besuchsunterredung mit dem norwegischen Botschafter in der Pagode Thanh Minh Thiền Viện vor wenigen Monaten gefordert hat:

1. vollständige Anerkennung des rechtmäßigen Status der Vereinigten Buddhistischen Kirche Vietnams durch den Sozialistischen Staat Vietnams,

2. Rückgabe aller beschlagnahmten Eigentume der Vereinigten Buddhistischen Kirche Vietnams wie Pagoden, Kulturzentren, Schulen, karikative Einrichtungen seit nach 1975. Im ersten Schritt sollte die Regierung die Pagode „Việt Nam Quốc Tự" und Kulturzentrum „Quảng Đức“ zurückgeben, damit die Vereinigte Buddhistische Kirche Vietnams dort den Sitzplatz für die beiden Institute „Tăng Thống“ und „Hóa Đạo“ einrichten kann;

3. Die von der kommunistischen Partei und Regierung in 1981 gegründete Buddhistische Organisation soll vollständig aus der Organisation "Heimatfront" ausgelagert werden;

4. Umfassende Klärung über den Tod des Altehrwürdigen Thích Thiện Minh im Jahre 1978.


Bemerkenswert an diesem Gespräch war auch folgende Bemerkung des Vizepolizeiminister: "Es handelt sich bei den so genannten klagenden Bürgern in Wirklichkeit nur um böse Leute. Diese besitzen Millionen oder gar Milliarden Dong. Ihnen geht es in Wirklichkeit nicht schlecht, wie manche glauben. Sie sind nur angestiftet worden, gegen den Staat zu klagen, um Unruhe zu schüren. Ich verbiete Ihnen deshalb, diesen bösen Leuten zu helfen. Sie sollten stattdessen die Spendegelder der Organisation „Heimatfront“ geben. Die „Heimatfront“ würde damit den Dioxinopfern helfen. Das ist, was wir unterstützen".
Daraufhin erklärte der Ehrwürdige:"Nach meiner Information wurden den Dioxin-Opfern bereits von der US-Regierung mit sehr viel Geld geholfen. Den klagenden Bürgern aber von niemandem. Deshalb hat Hochehrwürdiger Thích Quảng Độ alle Bürger im In- und Ausland aufgerufen, den klagenden mit einer Spende zu helfen. Wir sind deshalb mit den Spenden der Bürger hierher gekommen. Wir sind nicht befugt, Spendegelder für andere Zwecke zu verwenden".

Am späten Abend kam ein andere hochrangige Beamte, nach Einschätzung des Ehrwürdigen Thích Không Tánh müsste diese Person einen höheren Rang als der Vizepolizeiminister Hưởng sein. Auf jeden Fall redete dieser Herr höflicher als sein Vorgänger: "Sie sind hierher gekommen, um Spende zu verteilen. Wir unterstützen diese Aktion aber nicht" und erteilte anderen Mitarbeitern die Anweisung, den Ehrwürdigen in den Süden zu eskortieren.

Auf dieser Weise war der Ehrwürdige schon am frühen Morgen Freitag dem 24.7.2007 wieder in seiner Pagode Liên Trì in Bezirk 2 – Saigon-City.

Während Ehrwürdiger Thích Không Tánh dem Internationalen Buddhistischen Informationsbüro über sein Erlebnis in Hanoi schilderte, bewachten mehre Dutzend Polizisten vor dem Eingang seiner Liên Trì-Pargode.


Quellen:
www.queme.net
www.queme.net