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Rechtsanwältin Le Thi Cong Nhan und Mutter wurden erneut von der Polizei vorgeladen

Gegen 8:30 Uhr des 27.12.06 kamen drei Polizisten von A42 (Fr. Doãn Anh Thủy , Hr. Nguyễn Văn Hồng Minh und eine weitere männliche Person, deren Namen nicht bekannt ist) in die Wohnung von Frau Lê Thị Công Nhân und nahmen die Anwältin zum Verhör mit ins Revier Nr. 7 - Nguyễn Đình Chiểu. Es ging beim Verhör um Frau Nhâns gestrige nicht gelungene Reise nach Thailand, bei der die Polizei vom Flughafen Nội Bài auf mündliche Anweisung von der A42 hin die Anwältin an der Ausreise erneut gehindert hat. Frau Nhân wollte auf Einladung einer in Thailand lebenden Freundin für 5 Tage dorthin reisen. Offensichtlich hatten die Polizisten A42 Erfahrung durch die vorherigen Verhörungen gemacht und redeten deshalb diesmal nur wenig. Die Rechtsanwältin wurde schon gegen 12 Uhr mittags freigelassen. Das war das erste Mal, bei dem die Polizei nur den Vormittag für ein Verhör mit Frau Nhân gebraucht hat. Selbst Frau Nhân konnte sich diesen merkwürdigen Sachverhalt nicht erklären.

Als die Anwältin ihre Wohnung betrat, stellte sie fest, dass im Dachboden und in den Wänden seltsame Bohrungen und auf dem Fußboden direkt unter den Bohrungen Späne vom Lack zu finden waren. Mit Hilfe ihrer Mutter hat Frau Nhân eine Leiter gebaut und ist hinauf geklettert. Dort sah sie 4 bis 5 tief gebohrte Löcher, so groß wie der Kleinfinger. Bei einigen konnte man noch die Farbmarkierungen sehen (wahrscheinlich um an den richtigen Stellen zu bohren). Das waren mit Sicherheit Bohrungen an jenem Tag, stellten die Anwältin und ihre Mutter fest. Denn ihre Wohnung ist ziemlich schmal und niedrig gebaut (alte Plattenbauten) und beige lackiert.

Frau Lệ, Mutter der Rechtsanwältin, erzählte, als sie gegen 10 Uhr vom Arztbesuch zurück kam, hinderten drei Polizisten von A42 sie am Zugang in die Wohnung (im 3. Stock), indem sie Frau Lệ schon im Treppenhaus anhielten und sie mit Gewalt in das 100m nah liegende Cafe Trung Nguyên zwangen. Dort wartete Major Trần Minh Cường (von der Sicherheitsabteilung A42). Hier musste die Mutter von Frau Nhân dem Polizistenmajor Cường bis 11:30 Uhr Rede und Antwort stehen. Als Frau Lệ nach Hause kam und die Wohnung in dem Zustand vorfand, war sie sehr schockiert. Sie hatte dies nie für möglich gehalten, obwohl sie aufgrund der Behinderung durch die Polizisten im Treppenhaus schon nicht Gutes geahnt hatte.
Ca. 10 Minuten später kam auch Frau Nhân nach Hause. Mit großer Mühe haben Mutter und Tochter die Leiter mit den Stühlen gebaut und die Löcher abgedichtet, sowie die Wohnung den ganzen Nachmittag gesäubert.

Am Abend des 26.12.06 hatte Polizist Cường der Mutter von Frau Nhân persönlich mitgeteilt, dass alle Familienmitglieder von ihr am nächsten Tag die Wohnung verlassen sollten, weil mit ihr irgendetwas passieren würde. Die Anwältin hat sich deshalb entschlossen, normal zuhause zu bleiben, weil sie der Polizei kein Vertrauen schenkte. Und sie behielt Recht, weil die Polizei sie am Ende mit anderen Mittel aus der Wohnung weglocken musste, um selbst in die Wohnung zu kommen. Nur die Polizei konnte ihre „Arbeit“ nicht ganz zu Ende führen, weil ihre Mutter plötzlich früher nach Hause kam. Die Anwältin kann nicht sagen, was die Polizei dort installiert hat. Vielleicht ein Aufnahmegerät, vielleicht eine Videokamera, vielleicht beides.

Es fehlen einem einfach die Wörter, um die feigen schmutzigen Taten der A42 zu beschreiben. Hat vielleicht die A42 Spaß und Freude daran, das Leben von zwei Frauen auszuspannen?! Aber wirklich nur das Leben, weil die Pläne für den Kampf für die Demokratie hat Frau Rechtsanwältin Nhân alles in ihrem Kopf gespeichert.

Freier Reporter – Friedenstaube aus Hà Nội


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