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Unterdrückung, Misshandlung und Verhaftung von Mönchen und Nonnen

Pressemitteilung des Informatonsbüros der Vereinigten Buddhistischen Kirche Vietnams in Paris vom 19.11.2006 zufolge hat die Polizei von Saigon ehrwürdigen Thích Viên Định von der Pargode Giác Hoa verboten, ausländische Delegationen und Reportern während APEC zu empfangen. Gleichzeitig zwingt die Polizei auch die beiden ehrwürdigen Thích Thiện Minh und Thích Chơn Tâm Pargode Giác Hoa zu verlassen. In Hanoi wurde Nonne Thích Nữ Đàm verhaftet.
Im folgenden die wesentlichen Punkte:

PARIS, den 19.11.2006
Oberstleutnant Phạm Minh Tuấn Polizeichef der Gemeinde 7 Distrikt Bình Thạnh in Saigon hat am 19.11.2006 gegen 15 Uhr hochehrwürdigen Thích Viên Định -stellv. Generalsekrätär des Hoa Dao-Institus von Vereinigter Buddhistischen Kirche Vietnams, gleichzeitig Leiter der Pagode Giác Hoa ins Polizeirevier Gemeinde 7 bestellt. Die „Arbeit“ dauerte 2 Stunden, und ging um zwei Punkte:
1. Polizei Oberstleutnant Phạm Minh Tuấn hat ehrwürdigen Thích Viên Định verboten, keine ausländische Delegation und Reporter während des APEC-Gipfeltreffens (vom 19. - 21.11.2006) zu empfangen. Als der Ehrwürdige sich dagegen protestierte und nach einem Beschluss verlangte, antwortete der Oberstleutnant mit einem Schweigen.

2. Der Polizei Oberstleutnant zwang den Ehrwürdigen Thích Viên Định die beiden Ehrwürdigen Thích Thiện Minh und Thích Chơn Tâm aus der Pargode auszuweisen. Die beiden besagten Ehrwürdigen Thiện Minh und Chơn Tâm mussten zur selben Zeit ebenfalls bei der Polizei der Gemeinde erscheinen.

Grund des „illegalen“ Aufenthalts der beiden Mönche in der Pagode war:
Am 03.10.2006 hat ein staatlicher Mönch mit Hilfe der Polizei der Gemeinde Núi Sam, Stadt Châu Đốc Provinz An Giang in den Tempel Tây Huê von Ehrwürdigen Thích Chơn Tâm gedrungen und den Ehrwürdigen gezwungen den Tempel zu verlassen. Der Ehrwürdige ist deshalb nach Saigon gekommen und hat seine Unterkunft in der Pagode Giác Hoa gefunden.


Bild: Rund um die Uhr wird die Pagode von  Sicherheitsbeamten bewacht.

Im Fall des Ehrwürdigen Thích Thiện Minh war nicht viel anders: nach 26 Jahren Gefängnis wegen seiner Unterstützung für die Vereinigte Buddhistische Kirche Vietnams wurde und Ehrwürdiger Thích Thiện Minh im Jahr 2005 3 Monate früher aus dem Gefängnis entlassen. Aber seit seiner Freilassung hat die Behörden ihm immer noch keine Papiere wie Personalausweis, und Familiebuch (nur wer im Besitz eines Familiebuch darf seinen Wohnsitz anmelden, Arbeit aufnehmen und früher damit „Bezugscheine“ für Heißöl, Stoff, Reis zum Vorzugpreis rationiert bekommen, deshalb ist dieses Dokument das wichtigste Papier für einen Bürger in Vietnam) ausgestellt. Deshalb musste der Ehrwürdige vorübergehend bei seinem Bruder in der Stadt Bạc Liêu wohnen. Während dieser Zeit hatte der Ehrwürdige bei der Regierung immer wieder Anträge auf Rückgabe seines im Jahr 1979 von der Regierung beschlagnahmten Tempels gestellt. Bis heute hat es weder eine Rückantwort noch eine Entscheidung seitens der Regierung gegeben. Aufgrund der bescheidenen Größe der Wohnung seines Bruders aber auch wegen der unpassenden Gegebenheiten für das Leben eines Mönchs hat Ehrwürdiger Thích Thiện Minh ein Gebetshäuschen im Garten seines Bruders gebaut. Da kam die Polizei und stoppte den Bau. Aufgrund der wiederholten Krankheiten muss Ehrwürdige Thích Thiện Minh oft nach Saigon zur Untersuchung und Behandlung kommen. Für die Dauer der Behandlung hat der Ehrwürdige auch in der Pagode Giác Hoa seine Unterkunft gefunden.

Stellv. Leiter der Pagode Ehrwürdiger Thích Nhựt Khai hat das „Aufenthaltserlaubnis“ für die Ehrwürdige für die beiden Mönche bei der Polizei ordnungsgemäß beantragt. Während der Abwesenheit des Pagodeleiters Ehrwürdigen Thích Viên Định, der zusammen mit anderen Mönchen den hochehrwürdigen Patriarch nach einer ärztlichen Behandlung in Saigon zurück in seinen Wohnort in Bình Định gebracht hat, den Antrag auf Aufenthaltserlaubnis abgelehnt. Begründung: den Antrag auf Aufenthaltserlaubnis dürfe nur der Pagodeleiter stellen! Trotz des mündlichen Antrags des Pagodenleiters per Telefon bei der Polizei angesichts der Probleme erschien Polizei Oberstleutnant gegen 9:30 Uhr des 18.11.2006 zusammen mit Herrn Lê Phước Tùng von der Polizei Gemeinde 7 und einem Vertreter der Bewohnergruppe in der Pagode Giác Hoa und verlasen den Ausweisungsbefehl gegen die Ehrwürdigen Thích Thiện Minh und Thích Chơn Tâm binnen 24 Stunden.

In dem „Arbeitsgespräch“ mit der Polizei am 19.11.2006 protestierten die beiden Ehrwürdigen Thượng tọa Thích Thiện Minh und Thích Chơn Tâm gegen den Ausweisungsbefehl der Polizei:

"Die Regierung hat das vietnamesische Gesetz und internationale Abkommen bzgl. der Menschenrechte schwer verstoßen, als sie den Tempel Vĩnh Bình in der Stadt Bạc Liêu im Jahr 1979 zwangbeschlagnahmte. „Nachdem ich, Thích Thiện Minh, aus dem Gefängnis entlassen wurde, hatte ich Anträge auf Rückgabe meines Tempels gestellt, die Regierung hat bisher nichts darauf geantwortet.
Am 03.10.2006 hat ein staatlicher Mönch mit Hilfe der Polizei der Gemeinde Núi Sam von Stadt Châu Đốc mich -Thích Chơn Tâm- illegal aus meinem Tempel Tây Huê vertrieben. Ohne Unterkunft und Ort zum Praktizieren der Lehren von Buddha sind wir gezwungen vorübergehend einen Wohnsitz in der Giác Hoa Bezirk Bình Thạnh / Saigon zu nehmen. Wir werden nirgendwohin gehen, bis die Regierung unsere Tempel Vĩnh Bình und Tây Huê zurückgibt".

Währenddessen wurde Nonne Thích Nữ Đàm Thoa in Hà Nội am 14.11.06 ins Gefängnislager Provinz Bắc Giang eingewiesen. Dieses Gefängnis war bekannt durch der Inhaftierung und Folterung von Mönchen (auf gruseliger und unmenschlicher Art und Weise mit Todesfolge. Ich werde bei Gelegenheit davon bereichten) im Fall „Antiquitätsdiebstahl“, der vor wenigen Monaten das ganze Land erschüttert hat.

Grund ihrer Verhaftung war nach eigener Angabe das gewünschte Treffen mit dem US-Präsidenten George W. Bush während seines Besuchs in Ha Noi. Seit zwei Jahren gehörte None Thích Nữ Đàm Thoa zu den klagenden Menschen im Garten Mai Xuân Thưởng in Hà Nội gegen die Beschlagnahme ihres Tempels Tân Liễu und ihre Ausweisung aus dem Tempel im Kreis Yên Dũng, Provinz Bắc Giang durch die Regierung.

Aus der Haft heraus hat Nonne Thích Nữ Đàm Thoa in einen Brief -Datum 16.11.2006- an den US-Präsidenten gewandt:

"Ich flehe mit diesem Schreiben den Präsident der USA, Hochehrwürdigen Thích Quảng Độ sowie alle Damen und Herren an, mir zu helfen, das wahre Gesicht des vietnamesischen Kommunismus der Weltgemeinschaften anzuzeigen, wegen Unterdrückung gegen Demokratie, Verletzung von Menschenrechten, Unterdrückung gegen Religion. Dafür sind wir None Thích Nữ Đàm Thoa, Abt Thích Đàm Nghiêm von Pagode Chùa Dâu in Hà Nội, Abt Thích Đàm Bình von Pagode Vũ Nội - Provinz Hà Tây lebendige Beweise.

"Verschleppung, Aushungerlassen, Erniedrigung und Behinderung an dem Treffen mit Präsident Bush während seines Besuchs in Hanoi dienen nur der Liquidierung meiner Person. Ich bin tief entrüstet wegen Verletzung gegen Menschenrechte, Körperverletzung und Freiheitsberaubung und nicht zuletzt wegen illegaler Verhaftung von Menschen durch die Polizei habe ich mit dem Hungerstreik gegen das Kommunistenregime begonnen".

Nonne Thích Nữ Đàm Thoa, weltlicher Name Lý Thị Hà, 35 Jahre alt, war Leiterin des Tempel Tân Liễu, Kreis Yên Dũng, Provinz Bắc Giang. Mit 10 Jahren ist sie in die Hauslosigkeit (Nonnestatus angenommen) getreten, hat die Hohe Buddhaschule absolviert, war Mitglied der Vaterlandsfront (Unterorganisation der Kommunistischen Partei Vietnams) vom Kreis Yên Dũng und praktizierte seit 20 Jahren die Lehren Buddhas im Tempel Tân Liễu. Aus einem stark renovierungsbedürftigen Tempel hat die Nonne alles repariert und schön eingerichtet.

Der schöne Tempel wurde ihr zum Verhängnis, denn: "Der schöne und große Tempel lockte immer mehr Buddhisten zur Messe. Aus dem Grunde haben die Behörden von der Gemeinde mit der Kreis- und Provinzregierung mich anhand einer erfundenen Geschichte mich aus dem Tempel ausgewiesen. Und alles was ich aufgebaut habe, gehört jetzt der Regierung".

Über die Festnahme beschreibt die Nonne: "Wir hatten uns auf das APEC-Giffeltreffens mit zahlreichen Staatsgästen gefreut und dem Aufruf der Regierung gefolgt, während der APEC-Konferenz die Klagen auszusetzen, und die Strassen schön aufgeräumt. Aber als ich am 14.11.06 einen Buddhisten außerhalb von Hanoi besuchte, erschienen plötzlich zwei Polizisten von der Sicherheitsabteilung namens Minh und Tùng. Sie zwangen mich zu sitzen und riefen Verstärkung. Obwohl ich erklärt hatte, dass ich nur spontan während eines Spaziergangs einen bekannten besuche, und Bewegungsfreiheit ja auch zu Grundrechte eines Menschen gehöre, sowie ich gerade nicht unter einer Strafe stehe, haben mich kräftige Männer angepackt und vor entrüsteten Augen der Bewohner ins Auto getragen"....


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