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Verhaftung Hunderter von Menschen

Das Gesicht der Stadt Saigon hat sich verändert, als die Nachricht über den Besuch vom US-Präsident Gegorge W. Bush bekannt wurde. Herr Bush wird gegen 22:00 Uhr eintreffen und im Hotel New World in der Phạm Hồng Thái Strasse übernachten. Alle Bewohner entlang der Strasse vom Flughafen bis zum New World Hotel haben von der Polizei die Anweisung bekommen, ihre Häuser in der Zeit vor und nach 10 Uhr zu verlassen. Die Straßenverkäuferinnen um dem New World Hotel herum dürfen während des Aufenthalts von Staatsgästen „Urlaub“ machen.
Gegen 10 Uhr desselben Tages war eine Demo vor dem Vertretungsbüro der Regierung Nr. 2 in Le Duan Strasse nah dem US- Konsulat und dem Nationalpark geplant. Ca. 200 klagenden Menschen haben sich über mehrere Umwege, zum Teil aus An Giang über die Süd-West-Grenze, eingefunden, um für die Religionsfreiheit und Rückgabe von Besitzen des Hoa Hao-Buddhismus zu demonstrieren. Die Organisatoren rechneten auch mit Evangelischen aus den Gebieten um Saigon, die um das Recht auf ein gemeinsames Abhalten von Messen in einem Gotteshaus kämpfen. Die meisten Demonstranten hatten Transparente dabei, trugen Hemden mit weiß-blau Farben und mit Aufschrift gegen die brutale Unterdrückung der Regierung. Die Demo sollte in einem friedlichen Rahmen stattfinden.
Aber auf dem Weg zum Demonstrationsplatz wurden die Anführer von der Polizei festgenommen. Besonders Herr Trần Thanh Hiền und Frau Trần Thị Thúy wurden von der Polizei von Provinz Đồng Tháp und von Sài Gòn um Mitternacht des 18.11.06 schwer misshandelt. Ohne die Organisatoren und Koordinatoren
hat die Demonstration nicht wie geplant stattgefunden. Ausländische Reporter konnten nur Herrn Trương Văn Đức -einen Mitorganisator der Demo- übers Telefon interviewen. Reporter von der Chicago Tribune und von der Agentur Reuter hatten besonders viele Fragen gestellt. Herr Đức teilte mit, er sei sehr enttäuscht über die Entscheidung der US-Regierung, Vietnam aus der Liste der CPC-Länder (Länder mit Verstößen gegen Religionsfreiheit) zu streichen. Er sagte, was der US-Präsident heute früh während der Messe in Hanoi gesagt hat, trage nur den diplomatischen Charakter. Die Anhänger des HoaHao-Buddhismus und andere Religionen in Vietnam erwarten von den USA und anderen Länder der Weltgemeinschaft, mehr Druck auf die Regierung von Vietnam zu üben. Zunächst müsse die Regierung Vietnams Tausende von Anhängern aller Religionsgemeinschaften aus der Haft und Hausarrest freilassen. Im zweiten Schritt müsse sie dann Religionsfreiheit, die sie gegenüber der Weltgemeinschaft verbindlich zugesichert hatte, gewähren.

Trần Ngọc Hà

Mitarbeiter der Zeischrift Canh Tân
berichtet aus Việt Nam


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