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Das harte Leben einer Arbeiterin

Schwer arbeiten für wenig Lohn und unsicheres Leben
Schwer arbeiten für wenig Lohn und unsicheres Leben

Warum sind so viele Streiks in Folge entstanden? Wir laden Sie ein mit uns Reportern von der Zeitung Tuoi Tre eine Reise in die Welt der Arbeiterinnen zu unternehmen. Sie werden sehen, wie schwer die Arbeiterinnen es tatsächlich haben!

Hinter den bunten Fassaden der Fabrik herrscht die rauhe Kälte aufgrund von Maschinen, Arbeitsvorschriften und Beziehung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Außerhalb der Fabrik leben die Arbeiterinnen wegen des harten Lebens zusammengeschrumpft.

"Han ist wieder ohnmächtig geworden!" Diese Nachricht ist für die Arbeiterinnen der Firma O’Cleer (in Industriezone Song Than 2, Provinz Binh Duong) nichts Ungewöhnliches. Seit gut einem Monat muss Han von frühem Morgen bis spätem Abend ununterbrochen auf der Nähmaschine arbeiten. Mittags bekommt sie von der Fabrik eine Mahlzeit mit 3 dünnen Scheiben Fleisch im Wert von 3200 Dong. Für die gleiche Mahlzeit bezahlt sie abends 3200 Dong. Bei dieser Arbeitsbedingung wäre es nicht normal, wenn jemand nicht ohnmächtig wird.

ein paar Eier, sonst nur Gemüse – so sieht der Einkauf der Arbeiterinnen aus.
Bis zur totalen Erschöpfung schuften
Han ist 24 Jahre alt und arbeitet seit 4 Jahren in dieser Fabrik. Han kann sich nicht mehr daran erinnern, wie oft sie schon ohnmächtig wurde. Diesmal, wieder angekündigt mit dem Schwindelgefühl und verschwommener Erscheinung vor den Augen als Anzeichen. Han weiß, dass dagegen jetzt nur ein kleine Pause hilft. Sie ging zum Chef und bat diesen um Erlaubnis. Der Chef schaute sie kurz an und schüttelte seinen Kopf. Die Ohren der jungen Arbeiterin hörten dumpfe Geräusche. Sie kann sich keine Hilfe bei jemandem suchen. Denn um ihr herum sind alle Lohnarbeiterinnen wie sie, die ihre Augen konzentriert auf die Maschinen und Schuhsohlen ständig richten müssen. Han wartete die ganze Zeit nur darauf, bis ihr Chef sich umgedreht hat, und rannte ganz schnell aus der Halle. Doch sie kam nur bis zum Eingangstor. „Ohne den Passierschein von deinem Chef darf ich dich hier nicht durchlassen! Wenn ich mich an den Vorschriften nicht halte, dann ist mir der Job los“, sagte der Wachmann mit ernster Mine!

Hân schleppte sich zurück in die Produktionshalle und wurde nach 30 Minuten Arbeit ohnmächtig! Man brachte sie in den Sanitätsraum.
Ohnmächtigwerden passiert hier wie das tägliche Brot, wenn Menschen wie Maschinen schuften müssen. Ehefrau von Huỳnh Thanh Phong arbeitet seit 10 Jahren in der gleichen Fabrik wie Hân und kennt noch keine Arbeitsvereinbarung bei Sonder- und Zusatzschichten. Wie eine alte Gewohnheit, wenn die Geschäftsleitung Sonderschichten anordnet, beißen sich die Arbeiterinnen die Zähne zusammen und gehen brav zur Arbeit. Sogar schwangere Frauen im 7. Monat schleppen ihren dicken Bauch zur Sonderschicht. Sonntags wird auch gearbeitet.

Und das ist trotzdem noch human. Denn im Vergleich zu ihnen haben Arbeiterinnen von der Fischfabrik Hải Minh (Bezirk Thủ Đức, HoChiMinh-Stadt) noch viel schwerer. Diese müssen nämlich neben der regulären Arbeit wie Schneiden, Enthäuten der Tiere auch Haifische bis zu 70-80 kg schwer schleppen, bei der klirrenden Kälte in den Kühlräumen. Einmal kippten alle 3 Frauen gleichzeitig wegen Erschöpfung bei hintereinander folgenden Zusatzschichten um. Trotz der schweren Arbeit verdienen die Arbeiterinnen nicht mal eine Million Dong im Monat. Am 17. Oktober haben die Arbeiterinnen gemeinschaftlich einen Antrag auf Lohnerhöhnung gestellt. Sofort ließ der Direktor (ein Taiwan-Chinese) 5 Arbeiterinnen, die er für Initiatorinnen der Lohnerhöhungsforderung hielt, in eine andere Fabrik verlegen. Dort wurden diese Frauen unter Druck gesetzt, den Entlassungsbeschluss anzunehmen.

Gürtel enger schnallen
21 Uhr, unter den herausströmenden Menschenmenge der Schuhfabrik An Lạc, biegt sich eine Gruppe von Arbeiterinnen schweigend in die Gasse Nr. 86, Strasse Tên Lửa 2, Gemeinde An Lạc, Bezirk Bình Tân, HoChiMinh-Stadt. An einem sumpfigen Markt nach dem Regen hielt die eine Arbeiterin an, um eine Nudelsuppe zu sich zu nehmen, eine andere kaufte sich ein paar Fertignudel-Packungen. Um das Geld zusparen, gingen andere Frauen weiter und aßen den kalten Reis von heute früh in ihrem Unterkunftszimmer.

Das Schlafzimmer gleicht einer Legebatterie; 1,6 m Länge, 1,2 m Breite
Beim Betreten der Unterkunft von Frau Trương Thị Đan Huyền konnten wir unseren Schrecken nicht unterdrücken! Die Zellen sahen aus wie "Hühner-Legebatterien". Das dunkle zähflüssige Wasser zwischen den Abfällen aus dem Kanal hinter dem Waschraum steigt bis zum Knöchel. Jede Zelle ist nur 1,2m breit und 1,6m breit, gerade breit genug für 2 Kopfkissen, und nur gerade so lang, dass ein längerer Mensch beim Schlafen die Beine zusammenziehen müsste. Kleidungen werden an den Wänden aufgehängt. Die Trennwände zwischen den Zimmern bestehen aus alten Bretten, tapeziert mit durchgelöcherten Zeitungspapier. Jede Zelle besitzt eine Steckdose für Lampe, Ventilator und Reiskochtopf. Im Zimmer von Huyền waren der Ventilator und der Reiskochtopf die wertvolltesten Gegenstände.

Auf die Frage, warum sie nicht eine andere Unterkunft suchen, antwortet die 24jährige in einer traurigen Stimme: "Mit einem Lohn von 900.000 đồng im Monat, und alles ist sehr teuer, wie soll ich mir etwas Besseres leisten können? Früher betrug die Miete von diesem Zimmer nur 120.000 đồng, jetzt zahle 200.000 đồng Miete im Monat. Ich wohne hier mit einem Freund zusammen".
Huyền fügte weiter hinzu: "Wir sind noch jung, das macht uns nicht aus! In dieser Gegend gibt es einige Paare mit Kleinkindern. Auch die müssen seit Jahren in solchen Kleinzimmern wie dieses wohnen".
"Wie funktioniert mit dem Schlafen?", wollten wir wissen. Die Arbeiterin lachte unbekümmert und antwortete: "Die Frau arbeitet in der Tagsschicht und der Mann in der Nachtsschicht oder umgekehrt. Viele Paare, die das Geld für Kindergarten nicht haben, nehmen versetzte Arbeitsschichten an, um abwechselnd auf die Kinder aufzupassen".

Seit 3 Jahren hat Frau Hồ Thị Xuân Hương, Arbeiterin bei der Fischfabrik Hải Minh, keine Ruhe mit Schulden. Sie und ihr Mann stammen aus Đắc Lắc, haben einen 7jährigen Sohn. Ihre Löhne betragen zusammen 2,1 Millionen đồng/Monat. Davon zahlen sie 500.000 đồng für Unterkunft. Das Essen von dem Sohn in der Schule beträgt 250.000 đồng im Monat. Da sie ständig in Zusatzschichten eingesetzt wird, zahlt sie 350.000 đồng im Monat für das Abholen ihres Sohnes. Und sie hat nebenbei noch viele andere Ausgaben. Um die Löcher zu stopfen, nimmt sie Schulden zwischen einigen Hunderten bis eine Million đồng auf. Die Zinsen betragen 15% per Monat. Und heute will ihr niemand mehr Kredit geben, weil sie nichts Wertvolles besitzt, womit man gegebenenfalls verpfänden könnte. Ein barmherziger „Kreditgeber“ hat nach langer Überlegung ihren Personalausweis als Pfand akzeptiert.

Frau Hương hat wie viele andere Arbeiterinnen kein Ersparnis und somit keine Zukunft. Sie alle haben die gleichen Sorgen: "Nur einen Monat ohne Arbeit würden wir verhungern müssen!".

YẾN TRINH - CHÍ QUỐC


Quelle: www.tuoitre.com.vn